Welche Zukunft hat die Kirche

MZ vom 29.11.11

Pfarreien rechts der EmsKeine Chance für Nörgler

RHEINE Welche Zukunft hat die Kirche rechts der Ems? Am Samstag versammelten sich 47 Mitglieder der drei katholischen Pfarreien Mariä-Himmelfahrt, Heilig-Kreuz und Herz-Jesu/St. Konrad im Roncallihaus, um gemeinsam über Perspektiven zu diskutieren.

Dr. Jan Loffelt, Studentenpfarrer in Münster, erläuterte als Referent die Bausteine. (Foto: prf)

Dr. Jan Loffelt, Studentenpfarrer in Münster, der schon den ersten "Baustein" vorgestellt hatte, war eingeladen, Impulse zu geben und zu ermutigen, neue Wege zu denken.

"Kirche ist immer da, wo die vier Dimensionen von Kirche, nämlich Gottes Wort weitererzählen, Gemeinschaft erleben, Gottes Gegenwart feiern und sich um den Nächsten kümmern, spürbar werden", prägte er den Teilnehmern immer wieder ein.

Vier "Bausteine"

Dieser Tag war der Abschluss einer Reihe von insgesamt vier "Bausteinen", die im September in St. Mariä-Himmelfahrt mit einem Studientag begann. Hier ging es um die Entwicklung der Kirche seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil, das viele Veränderungen mit sich brachte. Im Oktober fand ein Abend im Basilikaforum statt. Hier versuchten die Teilnehmer zu verstehen, was die Menschen unserer Zeit bewegt. Es wurde deutlich, dass schon nach der historisch einmaligen kirchlichen Hoch-Zeit in den 50 Jahren mit 55 Prozent die Zahlen der Kirchenbesucher langsam zurückgingen.

Beispiele in Hannover

In den Herbstferien fuhren 32 Personen mit nach Hannover, um Projekte in der Großstadt kennen zu lernen. Projekte wie "Soul Side Linden" in Stadtteilprojekt in Linden, einem bewegten und multikulturellen Stadtteil, wie die "Cella St. Benedikt", wo sechs Benediktiner mitten in der Stadt wohnen, und einfach für die Menschen da sein wollen, die kommen. Ein kleiner Laden ist eine der Einnahmequellen der Mönche. Schließlich besuchte die Gruppe den Expowal - eine unglaubliche Kirche, wie es heißt. Im Expowal, der zur "Expo 2000" nach Hannover kam, finden heute zweimal im Monat Gottesdienste statt für Jedermann.

Nicht übertragbar

Den Mitfahrern war klar: Diese Projekte funktionieren so nicht in Rheine. Aber es geht auch nicht darum, einfach etwas von woanders mitzunehmen und hier einzupflanzen. "Da müssen wir schon selber kreativ werden", sagte Torsten Wellenkötter, Pastoralreferent in Heilig-Kreuz, und ermutigte über Formen nachzudenken, wie Kirche auch in Rheine lebendig bleiben kann und Menschen anspricht.

Herzlich lebendig waren die Treffen selber. Viele, auch junge Christen waren dabei, waren bei allen vier "Bausteinen" dabei. Teilnehmer am Samstag wünschten sich ausdrücklich eine Fortsetzung im nächsten Jahr. Darin zeigte sich, dass diese vier "Bausteine" tatsächlich wichtig waren für den Prozess des Zusammenwachsens. "Wer hier rausgeht ist kein Fusions-Nörgler mehr!", hoffen die Verantwortlichen der drei Kirchengemeinden rechts der Ems und freuen sich auf weitere Treffen.